Christian zu Wolfsberg
war als Verwalter eines kleinen Landgutes, das da einst zwischen den Quellen der Altmühl und dem Lauf des Flusses Aisch lag, eingesetzt.
Der Besitzer dieses Gutes war Lupold von Breisach, welcher schon in jungen Jahren als Page zum Hofe von Heinrich dem VI. geschickt wurde und später als Edelknappe der Konstanze von Hauteville, Heinrichs Gemahlin, diente. Viele Jahre später, nachdem Lupold zum Baron von Collino und zum Kammerherrn und engsten Vertrauten Friedrichs II. geworden war, erwarb dieser jenes besagte Stück Land in Franken.
Da ihn seine Ämter sich jedoch nicht persönlich um die Angelegenheiten von Land und Leuten kümmern ließen, musste ein Verwalter eingesetzt werden. Christian zu Wolfsberg übernahm dieses Amt, nachdem sein Vorgänger aus Altersgründen dieses nicht mehr ausfüllen konnte. Leider musste auch Christian dieses Amt nach wenigen Jahren aufgeben, da sein bereits in die Jahre gekommener Herr beschlossen hatte, Land und Einkünfte an das Stift Bamberg als Schenkung zu geben. Christian zu Wolfsberg sollte aus dieser Verantwortung den Titel „Herr zu Wolfsberg“, sowie jährlich 12 Silbermünzen, einen achtel Fuder Wein und zwanzig Scheffel Korn bis zu seinem Lebensende erhalten.
Nachdem das Gut von der Diözese Bamberg selbst verwaltet wurde, und der Herr zu Wolfsberg sich ohne angemessene Arbeit sah, hatte er zum ersten Mal Zeit, sich um die Belange einer Familiengründung und somit um eine dafür geeignete Frau zu kümmern. Ohne dies jedoch an diesem bestimmten Tage provoziert zu haben, ging Christian zur Mittagsstunde mit zweien seiner alten Knechte, die nach der Abgabe des Gutes bei ihm geblieben waren, über den letzten Markt des Jahres der Stadt Nürnberg. Dort begegnete er wieder einmal der schönen Frau Johanna vom Stein. Eineinhalb Jahre später, stimmte der alte Herr vom Stein der Hochzeit seiner einzigen Tochter mit dem Herrn zu Wolfsberg zu. Kurze Zeit später verstarb Johannas Vater, und während ihr Bruder mit einigen Freunden und anderen Halunken sein Glück beim derzeitigen Kreuzzug suchte, mussten Johanna und Christian sich alleine um die Belange ihres kleinen Gutes kümmern.
Solchermaßen versorgt, bekam Christian zu Wolfsberg von Johanna bald seinen Erben Christoph geschenkt. Als der Junge alt genug war, um den Dienst als Page aufzunehmen, begann Christian zu Wolfsberg sein Wissen und seine Fähigkeiten als freier Herold zu versilbern.
Auf einer ihrer Reisen zu den großen Turnieren des Landes, lernte die junge Familie das Spielweib „Biene von der Schwarzach“ kennen. Und auch ein Kreuzfahrer, genannt Michael von Orschel, schloss sich den Fahrenden an, die fortan sich als Spielleute unhold einen Namen im ganzen Reiche machen sollten. |